Periphere arterielle Verschlußkrankheiten (pAVK)

Von den einschlägigen Fachbereichen (Innere Medizin, Chirurgie) ist bisher noch weitgehend unbeachtet geblieben, daß die moderne Schmerztherapie im Rahmen der therapeutischen Lokalanästhesie (= Behandlung mit einem örtlichen Betäubungsmittel bzw. Lokalanästhetika) über sehr wirksame und nachhaltige Methoden zur Behandlung der Verschlußkrankheiten (periphere, arterielle) verfügt.

In Deutschland werden jährlich ca. 30.000 Gliedmaßenamputationen wegen arterielle r Durchblutungsstörungen durchgeführt. In westlichen Industriestaaten treten die Verschlusskrankheiten (arterielle) (pAVK) an Gliedmaßen bei 18% der Gesamtbevölkerung auf.

Periphere (= mehr oberflächliche, nicht Gehirn oder Rücken mark, i.e.S. Becken und Beine betreffende) arterielle Verschlusskrankheiten (pAVK) stellen im Gegensatz zur akuten (= plötzlich und heftig einsetzenden) Variante eine chronische, schleichend verlaufende arterielle Verschlusskrankheiten dar.

Häufig sind mehrere Organe von einer arterielle n Durchblutungsstörung betroffen. Ein Patient, der eine Durchblutungsstörung der Beine hat, hat auch ein erhöhtes Risiko, einen Schlaganfall oder Herzinfarkt zu erleiden.

Periphere arterielle Verschlußkrankheiten (pAVK) entstehen durch eine fortschreitende Arteriosklerose (= Verkalkung der Schlagadern). Diese führt zu Wandverhärtungen und -deformierung mit Elastizitätsverlust und zu einer zunehmenden Verengung der Gefäßlichtung. Weil sich dabei die Gefäße mehr und mehr verschließen, spricht der Arzt in solchen Fällen von "Verschlußkrankheiten". Schmerzen und Beschwerden treten bei Verschlusskrankheiten (periphere, arterielle) meist erst dann auf, wenn der Gefäßquerschnitt weit über die Hälfte eingeengt ist.

Periphere arterielle Verschlußkrankheiten (pAVK) entwickeln sich schleichend. Zunächst verspürt der Patient in den Beinen lediglich zunehmende Kälte- und Taubheitsgefühle. Dann treten erstmals krampfähnliche Muskelschmerzen bei längeren Gehstrecken auf, die dann zu einer Pause zwingen, bis der Schmerz vergeht. Im weiteren Verlauf verkürzen sich die schmerzfreien Gehstrecken immer mehr bis der bis dahin bestehende Bewegungsschmerz in einen Ruheschmerz übergeht. Schließlich drohen Nekrosen (= örtlicher Gewebstod) und als Folge davon eine  Amputation

Periphere arterielle Verschlußkrankheiten (pAVK) werden in 4 Stadien eingeteilt:

  1. Objektiv faßbare Durchblutungsstörungen, die dem Patienten aber (noch) keine größeren Beschwerden bereiten, häufiger wird über Kälte- und Taubheitsgefühle in den Beinen geklagt.

  2. Auf dieser Stufe treten erstmals Schmerzen in der beanspruchten Muskulatur im Sinne der Claudicatio intermittens (= "Schaufensterkrankheit") auf. Die schmerzfreie Gehstrecke wird im weiteren Verlauf immer kürzer.

  3. Die Betroffenen haben nunmehr auch in Ruhe Schmerzen.

  4. Neben starken Ruheschmerzen kommt es zu Nekrosen (= Absterben von Gewebe), es droht die Amputation

Was verursacht periphere arterielle Verschlusskrankheiten (pAVK)?

Als ursächlich bedeutsam gelten neben konstitutionellen (= anlagebedingten) Faktoren, zu denen auch das Altern zählt, u.a. die Lebensweise (z.B. fettreiche Nahrung), toxische (= giftige) Einflüsse (Nicotin), Bluthochdruck, Übergewicht, Stoffwechselleiden (z.B. Zuckerkrankheit) und chronische, z.B. rheumatische En tzündungen.
Untersuchungen deuten auf einen Zusammenhang zwischen einer Infektion
(= Ansteckung) durch Chlamydia pneumoniae und der Entstehung von
Verschlußkrankheiten (periphere, arterielle).

Die Behandlung der Verschlusskrankheiten (periphere, arterielle)(pAVK):

Im frühen Stadium sollten ein Gehtraining und eine spezielle Gymnastik durchgeführt werden. Hilfreich sind auch Bewegung sbäder und Unterschenkel güsse.
Neuerdings führen wir bei einer Verschlußkrankheiten im Bereich der unteren Extremitäten (= Beine) zusätzlich mit gutem Erfolg die SynOpsis-Therapie durch. Die Unterschenkel des Pat. befinden sich dabei in einem mit Wasser gefüllten Gefäß. Über einen Computer werden der Flüssigkeit Schallwellen einer bestimmten Frequenz pulssynchron (= in Abhängigkeit vom Pulsschlag) zugeführt. Es handelt sich dabei um ein sog. syncardiales (= im Takt mit dem Pulsschlag) Gefäßtraining. Mehr über diese Therapie erfahren Sie hier: www.1-avk.de (einfach) anklicken.

Medikamentös werden immer wieder durchblutungsfördernde Mittel wie Naftidrofuryl, Pentoxifyllin und Buflomedil versucht, der Erfolg ist aber, gelinde ausgedrückt, bescheiden. Besser scheint das Prostaglandin E1-Analogon Alprostadil (Prostavasin®) zu wirken, insbesondere in Kombination mit einer kontinuierlichen Nervenblockade (siehe unten).
Zur Prophylaxe
(= Vorbeugung) einer arterielle n Thrombose (= Bildung eines Blutpfropfes in einer Schlagader) sollten Thrombozytenaggregationshemmer (= Mittel, die das Verklumpen der Blutplättchen verhindern), wie z. B. Acetylsalicylsäure (z.B. Aspirin®) eingesetzt werden.

Wichtig ist natürlich bei Verschlußkrankheiten (periphere, arterielle) auch die Ausschaltung möglicher, auslösender Noxen (= giftigen Substanzen), die Behandlung der Grund- bzw. Begleitkrankheiten und das Management der weiter oben aufgeführten Risikofaktoren.

Operative Therapie (Stadien 3 und 4) bei Verschlußkrankheiten (periphere, arterielle) (pAVK)
Es gibt zahlreiche chirurgische Verfahren, um die Durchblutungsverhältnisse bei Verschlusskrankheiten (periphere,
arterielle) zu verbessern.

Sehr hilfreich und effektiv sind bei Verschlusskrankheiten (periphere, arterielle) (pAVK) sympathikolytische (= Aufhebung eines gefäßverengenden Nervenreizes, aber auch schmerzlindernd wirksam) Blockaden (= Betäubungen) (sog. Sympathikusblockaden), so für den Bereich des Becken s und der unteren Extremitäten (= Beine, insbes. Oberschenkel) in Form einer niedrigdosierten kontinuierlichen epiduralen (= rücken marknahen) Blockade mit Katheter
Bei dieser Methode wird im Bereich der
Lenden wirbel ein dünner Kunststoffkatheter in örtlicher Betäubung eingelegt, der dann mehrmals täglich mit einer lang wirkenden, örtlichen Betäubungsmittellösung aufgefüllt wird. Unter dieser Behandlung ist dann die Schmerzempfindlichkeit im Bereich der unteren Körperhälfte vermindert oder gar aufgehoben und es kommt zu einer enormen Zunahme der Durchblutung. Die Konzentration des Wirkstoffes wird so gewählt, daß die Beweglichkeit, bzw. Kraft, nicht oder kaum eingeschränkt ist, so daß sich der Patient trotzdem frei bewegen und an einer Krankengymnastik teilnehmen kann.

Betreffen periphere arterielle Verschlusskrankheiten (pAVK) Unterschenkel oder Füße, so ist eine längerfristige kontinuierliche Blockade des Nervus ischiadicus mit Katheter sehr hilfreich (Klatt und Leser, Schmer zklinik Bad Mergen theim, 1994).
Bei dieser Methode suchen wir von der Oberschenkel rückseite her, handbreit unter dem Gesäß, den Ischias nerven in der Tiefe mit einer Kanüle auf und legen einen dünnen Kunststoffschlauch in die zugehörige Nerven scheide (= Gewebsumhüllung) ein. In den folgenden 2-3 Wochen wird dann in diesen Schlauch mehrmals täglich eine verdünnte, örtliche Betäubungsmittellösung eingespritzt. Je nach Wirkstoffkonzentration kommt es dann im Versorgungsgebiet des Nerven zu einer Verminderung der Schmerzempfindlichkeit bis hin zur Schmerzfreiheit. In dieser Situation kann dann intensiv krankengymnastisch behandelt werden. 
Da dieser Nerv auch vegetative (= das unwillkürliche Nerven system betreffende) Fasern mit sich führt, kommt es im korrespondierenden Gewebebereich zu einer Sympathikolyse (= Aufhebung eines gefäßverengenden Nervenreizes) und damit zu einer deutlichen Mehrdurchblutung, wie sie medikamentös systemisch (= durch eingenommene oder gespritzte Durchblutungsmittel) nie erreicht werden kann.

Betreffen periphere arterielle Verschlusskrankheiten (pAVK) die Arme (selten), so bietet sich die kontinuierliche Blockade des Plexus brachialis (= Armnervengeflecht) mit Katheter an. 
Bei dieser Methode wird im Bereich der Innenseite des Oberarm es, nahe der Achselhöhle in örtlicher Betäubung der Armnerv mit einer Kanüle aufgesucht. Dann wird durch diese Kanüle hindurch ein dünner Kunststoffschlauch in die Nervenscheide (= den Nerv umhüllendes Gewebe) eingeführt und nach oben, zur Schulter hin, vorgeschoben. In den nächsten 2-3 Wochen wird der Kunststoffschlauch mehrmals täglich (bei Bedarf auch nachts) mit einem örtlichen Betäubungsmittel (
Lokalanästhetikum) aufgefüllt. Die Konzentration des Wirkstoffes wird so gewählt, daß die aktive Beweglichkeit erhalten bleibt, die Schmerzempfindlichkeit jedoch deutlich herabgesetzt oder aufgehoben ist. Im Stadium der deutlichen Schmerzlinderung oder Schmerzfreiheit kann dann intensiv und vor allem sinnvoll krankengymnastisch behandelt werden. Auch bei dieser Blockade kommt es im gesamten Arm zu einer Sympathikolyse (= Aufhebung eines gefäßverengenden Nervenreizes) und damit zu einer deutlichen Mehrdurchblutung, wie sie medikamentös systemisch (= durch eingenommene oder gespritzte Durchblutungsmittel) nie erreicht werden kann.

Besonders effektiv ist bei Verschlußkrankheiten (periphere, arterielle) (pAVK) eine Kombination dieser Blockademethoden mit einer Alprostadil (Prostavasin®) - Infusionsserie.

Daß bei Verschlußkrankheiten die kontinuierlichen Blockaden wirklich helfen, ist inzwischen nachgewiesen, lesen Sie dazu eine Veröffentlichung der Universität Heidelberg: http://archiv.ub.uni-heidelberg.de/volltextserver/volltexte/2000/646/pdf/DOKTOR.pdf (einfach anklicken). Die Untersuchungen wurden teilweise an Patienten unserer Klinik durchgeführt.

Die aufgeführten Nervenblockaden eignen sich auch zur Therapie von venösen Durchblu tungsstörungen.

Aktualisiert:  k u 17.01.2006
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Links zu empfehlenswerten Einrichtungen:

www.norderney-insel-hotel.de/norderney-hotel
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Schmerzklinik: www.schmerzklinik-1.de
Seniorenhotel: www.senioren-hotel.com
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